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Sucht - ist die Flucht vor sich selbst
Plötzlich stirbt Ihr Partner oder Kind, Sie werden arbeitslos, sind verschuldet oder eine andere extreme psychische Belastung bricht über Sie herein oder die Ursachen liegen bereits in der Kindheit begraben (bewusst oder unbewusst).
Sucht und Abhängigkeit, Verlauf :
Nach solch extremen psychischen Belastungssituationen flüchten sich viele Menschen mit z.B. Alkohol, Drogen oder Tabletten in den Alltag, um ihren Schmerz zu betäuben. Die Flucht-Methoden sind genauso individuell, wie der Mensch selbst. So gibt es vielerlei Süchte, z.B. Esssucht, exzessiver Sport, Sexsucht, Sucht nach Glücksspielen, Einkaufssucht, Arbeitssucht, um nur einige Beispiele zu nenen. Aus einer anfangs guten Erfahrung wird mehr oder minder schnell eine feste Gewohnheit und später die Abhängigkeit (Sucht). Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit (Sucht) von suchtauslösenden Substanzen oder süchtigen Verhaltensweisen (siehe oben) gehen fließend ineinander über. Die Krankheitsentwicklung verläuft schleichend. Der Betroffene selbst bemerkt dies meist nicht. Oft unbemerkt und nicht hinterfragend stellt sich die Psyche und der Körper auf eine Gewöhnung ein und die Dosis muss gesteigert werden, um die gleiche betäubende Wirkung zu erzielen. Die Abhängigkeit ist eine schwere Krankheit und mit erheblichen körperlichen, seelischen und sozialen Folgen einhergehend. Oft erst nach einer gewissen Zeit oder mehreren Behandlungen sind Betroffene in der Lage, sich aus der Sucht zu befreien.
Ursachen und Hintergründe:
Laut Experten entsteht die Sucht schwerpunktmäßig durch tiefe seelische Verletzungen (Persönlichkeitsstörung). Tiefe seelische Wunden bringen das psychische Abwehrsystem eines Menschen ins Wanken: "Nicht nur der Körper hat ein Immunsystem, das auf Abwehrmechanismen zurück greift, sondern auch die Seele". Ist das psychische Immunsystem geschädigt, leidet die Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl. So liegen die Auslöser oft bereits in der Kindheit, wie z.B. lieblose Erziehung, Trennungs- und Verlassenheitsgefühle, Ausgrenzung usw. Auch mutmaßt man, dass übermäßige Verwöhnung des Kindes und eine zu starke Mutterbindung eine Rolle spielen können. Ist das Abwehrsystem einmal angeknackst bricht es häufig bereits in der Pubertät zusammen. Man vermutet, dass sich der Betroffene durch die schwierige Phase des Erwachsenwerdens einem hohen psychischen Druck/Stress ausgesetzt ist. Überforderungssituationen und Leistungsdruck kommen oft hinzu. Existenzielle Ängste aus der Kindheit werden in dieser Phase wieder lebendig. Der Betroffene versucht im Sinne von Selbstheilung mit der persönlichen Droge unangenehme seelische wie körperliche Zustände wie Niedergeschlagenheit, Angst oder Schmerz so zu beeinflussen, dass er sich wieder wohl fühlt. Er erhofft sich auch z.B. höhere Leistungsfähigkeit, eine Steigerung des Selbstvertrauens, Entspannung und Harmonie. Aber auch Langeweile und eine innere Leere können Suchtverhalten auslösen. Um sich "wieder gut zu fühlen" treibt es viele Betroffene in die Abhängigkeit (Sucht). Bei Nachlassen der betäubenden Wirkung der Droge bzw. der Flucht in die Traumwelt der Droge, erscheint die Realität jedoch noch bedrückender und es wird wieder und wieder zur Droge gegriffen. Sucht sei gleichbedeutend mit einer Flucht vor sich selbst, und die Persönlichkeit wird gehindert zu wachsen, sich zu entwickeln. Auch in anderen Lebensphasen der Neuorientierung, wie in der Midlife-Crisis oder im hohen Alter, wird das Verdrängungsverhalten "Sucht" beobachtet. Oft ist die Depression und die Abhängigkeit (Sucht) nicht voneinander zu trennen oder auf eine Depression folgt ein Suchtverhalten.
Folgen:
Bei psychischer Abhängigkeit verliert der Süchtige oft das Interesse an seiner Umwelt, hält Kontakte nicht mehr aufrecht und zieht sich zurück. Es kann zur Verwahrlosung kommen. Das Verlangen nach seiner Droge wird unbeherrschbar. Der Süchtige hat seinen Drogenkonsum bzw. seine Verhaltenssucht nicht mehr im Griff. Eine körperliche Abhänigkeit zeigt sich in erster Linie durch Entzugserscheinungen, wenn die Droge wegfällt. Es kommt zu vielerlei körperlichen Symptomen, wie z.B. Schwitzen, Zittern, Darmkrämpfe, epileptische Anfälle usw. - je nach Droge. Bei längerem Missbrauch können Organschäden, Venenentzündigungen, Hauterkrankungen, erhöhte Infektanfälligkeit, Zahnschäden und Nervenschäden die Folge sein. Da Drogen auf das zentrale Nervensystem wirken, können psychische Erkrankungen die Folge sein. Auch sind die sozialen Folgen oft nicht mehr abzuwenden. Es drohen Arbeitslosigkeit und der Partner, die Familie und der Freundeskreis wenden sich ab. Nicht selten sehen Betroffene nur noch den Weg über den Suizid aus der Misere.
Wann ist man süchtig?
Nach einer Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) liegt eine Sucht (Abhängigkeit) dann vor, wenn ein innerer Zwang besteht, eine bestimmte Substanz einzunehmen oder ein bestimmtes Verhalten ständig zu wiederholen.
6 Kriterien der Sucht:
Konsumzwang (innerer Zwang "Ich muss es haben!"), verminderte Kontrollfähigkeit (die Menge ist außer Kontrolle), körperliche Entzugssymptome wie Zittern bei Verzicht, allmähliche Dosissteigerung, Verschlechterung sozialer Kontakte durch das Suchtverhalten, Konsum trotz Nachweis von gesundheitlichen Schäden
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