Die "larvierte" (somatische) Depression

ist eine psychovegetative Störung mit überwiegend seelischen Ursachen!


(larviert = versteckt, maskiert)

(somatisch = körperlich, vom Körper verursacht)

Zur Geschichte der larvierten Depression


Man schätzt, dass bei über der Hälfte der Menschen, die einen Arzt konsultieren, eine "larvierte" Depression vorliegt! (Menschen mit körperlichen Beschwerden, die ein psychisches Syndrom maskieren). Trotzdem wird sie oft nicht erkannt oder unterschätzt. Bei der larvierten bzw. somatischen Depression liegen körperliche Störungen vor ohne Schädigung des Gewebes oder nachweisbarer physiologischer Funktionsstörungen, bei denen emotionale Faktoren (z.B. Trauer, Verlust einer nahestehenden Person, Liebeskummer, Überforderung, Leistungsdruck usw.) in der Entstehung die entscheidende Rolle spielen. Die Genetik eines jeden Menschen ist sehr unterschiedlich. Deshalb kann es durchaus sein, dass der Eine z.B. eine Trauer besser verarbeitet als der andere und keine Behandlung benötigt. Die Volkskrankheit "Depression" kann sich psychisch und körperlich auswirken. Im Gegensatz zur psychischen Depression kann diese leichter erkannt werden.

Die Tendenz, dass sich die Depressionssymptome auf die körperliche Ebene verlagern, wird dadurch noch gefördert, dass die Allgemeinheit zwar bereit ist, körperliche Erkrankungen zu tolerieren, sich aber gegenüber seelischer Störungen nicht selten intolerant und abwertend verhält. Obwohl immer wieder "von der Gleichwertigkeit körperlicher und seelischer Krankheiten" geredet wird, sieht die Allgemeinheit das doch mit anderen Augen. Depressive Menschen sind oft unverstanden und werden isoliert. Das kann mit ein Grund sein, dass mancher Depressive seine seelische Qual körperlich ausdrückt, um der sozialen Diskriminierung zu entgehen. Oft handet es sich um Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - einem großen Erwartungsdruck ausgesetzt sind und/oder eine große Verantwortung auf ihren Schultern lastet. Sie können sich eine depressive Phase schlichtweg nicht leisten, weil sie funktionieren müssen, um die berufliche oder private Existenz und das Ansehen nicht zu gefährden. Ihre Furcht vor sozialem Abstieg oder Verlust vor Ansehen ist so groß, dass sich depressive Verstimmungen in körperlichen Krankheiten ausagieren können.

Der depressive Zustand wird meist - weder vom Patienten noch vom Arzt - nicht erkannt, weil die körperlichen Störungen so übergroß sind. Eine körperliche Krankheit kann zudem besser akzeptiert werden als eine seelische (im Sinne: "So etwas habe ich nicht!" oder "Ich bin doch nicht verrückt!") Durch Schilderung nur körperlicher Störungen beim Arzt und durch Verheimlichung (meist unbewusst) ihres psychischen Zustandes, der auch oft verdrängt oder unterschätzt wird, ist der Arzt meist nicht in der Lage, eine zutreffende Diagnose zu stellen. Auch bei den Ärzten herrscht leider oft eine Tendenz vor, die Beschwerden nur auf körperliches Leiden zurückzuführen, gerade dann, wenn ein Patient vor ihnen sitzt, der sein "Leben im Griff" zu haben scheint. Sie scheuen sich davor, eine psychische Ursache zu akzeptieren und untersuchen nur körperliche Symptome, ohne die Psyche des Patienten einzuschließen. Viele Depressive werden daher immer wieder körperlich durchuntersucht und mit Medikamenten abgefüttert, ohne der Ursache auf den Grund zu gehen. Auch gibt es immer noch viele Ärzte, die diese Krankheitsform nicht anerkennen und so auch keine Weiterleitung an den entsprechenden Psychologen oder Neurologen stattfindet.

Die frühzeitige Demaskierung einer larvierten/somatischen Depression durch entsprechende Therapien, bewahrt ihn vor medikamentösen Behandlungen, die vielleicht einzelne Symptome zu beeinflussen imstande sind, aber die Ursache allen Übels nicht beseitigt.

 

Beängstigende Zunahme der larvierten Depression


Es wird vermutet, dass sich diese Zahl wahrscheinlich noch erhöhen wird, und zwar aufgrund folgender Tatsachen:

  1. die Zunahme der Lebenserwartung in den meisten Ländern und dementsprechend eine ansteigende Zahl des Depressionsrisikos bei belasteten Menschen (z.B. genetisch bedingt), seelische Verwahrlosung und körperliche Gewalt bei Kindern bzw. Jugendlichen, fehlende Bezugsperson, Vereinsamung bei Alten und Alleinstehenden usw. ;
  2. die rasante Entwicklung und deren Stress-Situationen (seelische Verwahrlosung bereits bei Kindern und Jugendlichen, schnellere Gewaltbereitschaft, Vereinsamung, Überforderung, Leistungsdruck usw.);
  3. die Zunahme chronischer Erkrankungen;
  4. der vermehrte Konsum von Medikamenten, z.B. Antihypertensiva (blutdrucksenkende Medikamente), Neuroleptika (Behandlung von Psychosen und Schizophrenie), Kortikoiden (Nebenrindenhormon = wird bei Rheuma, Asthma, Allergien und Entzündungen eingesetzt), oralen Kontrazeptiva (Pille), die bei langfristiger Einnahme einen depressiven Zustand hervorrufen können (pharmakogene Depression).

Die körperliche Symptomatik bei "larvierten" Depressionen

  • chronische Kopfschmerzen
  • Gelenk-, Muskel- und Nervenschmerzen
  • Herzsymptome, Angstattacken und brennendem Druckgefühl, Herzjagen
  • Druck- und Beklemmungsgefühle im Bereich des Halses und der Atmungsorgane, beengte Atmung
  • Mundtrockenheit, Magenbeschwerden, Magendruck, Blähungen, Verstopfungen, Durchfälle
  • Appetitmangel, Gewichtsverlust
  • Schlafrhythmusstörungen, Neigung zu Schweißausbrüchen, besonders nachts und schon bei geringer Belastung, morgendliche Erschöpfungs- und Versagenszustände
  • Unterleibsbeschwerden, Fluor, beständiger schmerzhafter Harn- und Stuhldrang, Harndrang, verschiedene Schmerzzustände im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane, Störungen der Sexualfunktion, Impotenz, Frigidität, Menstruationsstörungen
  • selten: uncharakterische Hör- und Sehstörungen, Haarausfall bis zur Kahlheit

Eigene Erfahrungen der lavierten/somatischen Depression und  deren Behandlung

- Magen-Darm-Trakt

(Verstopfung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Blähungen usw.)

Die eigentliche Ursache liegt im Nervensystem. Die Folgen sind oft schon chronische Muskelverspannungen des Magens und weiteren Verdauungsorganen, wodurch ganz typisch und logisch das Zurückhalten (Verstopfung) der aufgenommenen Nahrung die Folge ist. Auch Kopfschmerzen bis zu Schwindel und Erbrechen sind eine logische Folge.

- Herz

Je nachdem wo der Schwachpunkt eines jeden Menschen liegt, können auch andere Organe (z.B. Herz) durch die Beinflussung der Nerven und nachfolgend die permanenten Muskelverspannungen in den Vordergrund treten und auch zu Folgekrankheiten führen, wenn die Ursache nicht erkannt wird, wie z.B. Herzinfarkt, Herzrhythumusstörungen.

- Wirbelsäule

HWS-, BWS, LWS-Syndrom

 

Wie entsteht eine Somatisierungsstörung?

Das vegetative Nervensystem beeinflusst bzw. versorgt alle Organe und Gewebe unseres Körpers. Es ist ein Teil des Gesamtnervensystems und fest eingebunden und komplex verschaltet mit den übrigen Strukturen des Nervensystems. Das vegetative Nervensystem beeinflusst die menschlichen Organe besonders bei aufkommenden Affekten, Emotionen und Gefühlen, wie z.B. Traumatas, Trauer, Freude, Wut, Ärger usw. Dabei werden vegetative Affekte verursacht, wie Erblassen und Erröten, Herzklopfen, Brustbeklemmung, Blutdrucksteigerung, Atemfrequenzsteigerung, Gänsehautbildung, Magendruck, Hitzewallung usw. - Reaktionen also, bei denen Denk- und Erlebnisinhalte zu Affekten führen, die vegetative Erregungen bewirken und letztlich zu einer Somatisierungsstörung führen können, wenn diese zu lange bestehen. Liegen traumatische Erlebnisse bereits in der Kindheit oder Jugendzeit, konnten diese meistens nicht verarbeitet werden und diese wurden erst mal für vielleicht lange Zeit verdrängt, weil die Aufarbeitung nicht verkraftbar wäre. Aus welchen Gründen auch immer vorliegende Negativerlebnisse nicht verarbeitet werden konnten oder diese bestehen schon lange, können im Laufe der Jahre die körperlichen Symptome immer weiter zunehmen bis man diese letztlich nur noch mit ständlichen Schmerzmitteln und anderen Medikamenten in Schach halten kann. Oft sind es auch Patienten, die in einer Schmerzklinik landen, weil die Schmerzen chronisch sind.

Persönliche Lösung

Ich habe jahrzehntelang nach alternativen Medikamenten bzw. Methoden gesucht und ausprobiert, die aber lediglich den Geldbeutel belastet haben und gelegentlich mal kurzfristig die Symptome ein bisschen verbessert haben. Diese wurden dann so schlimm, dass ich kurz vor dem Gang in eine Schmerzklinik war, weil ich tägliche Kopfschmerzen und starke Muskelverspannungen (Hartspann) hatte. Verheerend ist auch, dass man selbst die Muskelverspannungen nicht als solche empfindet, weil man schon sehr lange damit lebt. Bei Nichtbehandlung (Schmerzmittel) hatte ich kolikartige Verläufe: Kopfschmerzen, Muskelverspannung, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel

Nahrungsaufnahme war dann für ca. 2-3 Tage nicht mehr möglich.

Mir ging es irgendwann so schlecht, dass mir fast jedes Mittel recht war. Ich habe mich dann dazu entschlossen, Antidepressiva einzunehmen. Dagegen habe ich mich lange Zeit gewehrt, weil ich immer damit argumentierte, dass ich keine psychischen Probleme hätte. Mein Hausarzt verschrieb mir ein Mittel in Tropfenform, das ich selbst dosieren konnte. Ich habe mit der geringsten Dosis begonnen und hatte sofort das Gefühl, dass die Muskulatur nicht mehr so angespannt ist. Dies zeigte sich auch sofort: "hallo!!!" keine Kopfschmerzen bzw. Migräne mehr, keine Nahrungsmittelunverträglichkeiten - ich kann wieder alles essen und wieder regelmäßiger Stuhlgang. Da wird ja auch oft behauptet, es wäre normal, wenn man nur 2-3 Mal pro Woche Stuhlgang hat. Das kann ich aus meiner Sicht nicht bestätigen. Man stelle sich nun selber den Verdauungstrakt vor, wenn aufgenommene Nahrung tagelang im Darm hängenbleibt!! Es kann zu Vergiftungserscheinungen kommen, die sich typischerweise mit Ammoniakgeruch/-geschmack auf der Haut oder im Schweiß zeigt. Dann wird es höchste Zeit zu reagieren.

Seit einigen Wochen nehme ich, wie gesagt, Antidepressiva in Tropfenform und parallel dazu mache ich eine Entgiftungskur für den Verdauungstrakt und die Leber.

Ich bin noch in der Erprobungsphase welches Antidepressiva für diese Fälle empfehlenswert ist. Ich bin auf der Suche nach einem Spezialisten, der diese Zusammenhänge erforscht und weiterhelfen kann. Diesbezüglich werde ich auf meiner Homepage laufend berichten...

Bei der Einnahme von Antidepressiva muss es nicht zwangsläufig bedeuten, dass diese dauerhaft eingenommen werden müssen. Oft hilft die Einnahme für einige Monate (Reset des Nervensystems) und natürlich müssen die Negativerlebnisse verarbeitet werden, damit das vegetative Nervensystem wieder normal funktioniert bzw. nicht wieder in die alte Schiene fährt. Sie sollten mit Ihren Erfahrungen und Ihrem Verdacht einen Psychologen oder Neurologen bzw. Hausarzt Ihres Vertrauens aufsuchen. Um das richtige Antidepressivamittel zu finden, kann es durchaus sein, dass Sie einige ausprobieren müssen. Ein Versuch ist es aus meiner Sicht Wert! Es gilt für jede Person abzuwägen, welches Medikamenten-Übel das größere ist.

Für mich war es ein absolutes Hightlight, als ich schon nach wenigen Tagen bei der geringsten Dosis wieder essen konnte, was ich will. Keine Kopfschmerzen mehr, keine Verstopfungen, kein Schwindel, kein Erbrechen, keine Nahrungsmittelunverträglichkeiten mehr usw. usw. Bei Einnahme der Antipressivatropfen kurz vor dem Zubettgehen, schlafe ich zudem wesentlich besser und bin tagsüber wieder fit. Nebenwirkungen konnte ich bisher bei dieser geringen Dosis kaum feststellen.

Wie ich in meinem Buch (siehe oben) beschrieben habe, liegen bei mir traumatische Erlebnisse in der Kindheit und Jugendzeit vor. Danach habe ich erst mal alles jahrzehnelang verdrängt. Dann kam die jahrelange Aufarbeitung und Verarbeitung mit meinem Buch. Dadurch hat sich an den körperlichen Symptomen zunächst nichts verändert, das muss man auch ganz klar sehen. Die Psyche jedoch hat davon profitiert. Man lernt mit Verletzungen besser umzugehen, weil man die eigenen Abläufe besser kennt und anders handelt. Vergessen werde ich nie, aber es schmerzt irgendwann nicht mehr.

Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass die Psyche und der Körper beiderseits behandelt werden müssen, um einen langfristigen Erfolg zu haben.

 

 

 




Das Buch ist ausverkauft. Es kann jedoch als E-Book bei Amazon bestellt oder ausgeliehen werden. Das Titelbild ist zwar verändert, der Inhalt jedoch identisch zum Buch.


© 2007 DORIS REGINA. Alle Rechte vorbehalten. Impressum